Bei unserem letzten Tu Was Treffen wollten wir herausfinden, ob man auch im Hochsommer essbare Wildkräuter finden und genießen kann. Typischerweise ist ja der Frühling, wenn alles wächst und gedeiht, die ideale Zeit um Wildkräuter zu sammeln. Doch was, wenn die Sonne die Wiese in eine Steppe verwandelt hat und die Äcker gerade geerntet und umgebrochen sind? Findet man da noch etwas Essbares?
Gewappnet mit Kräuterliteratur zogen wir los. Wichtig dabei, möglichst in einiger Entfernung zu Wegen und Feldrainen zu sammeln, da dort die meisten Hunde spazieren gehen, deren Hinterlassenschaften nicht so appetitlich sind. Kaum waren wir zwei Meter vor die Haustüre getreten, da warteten schon vor einer schattigen Hausfassade der Gundermann und das kriechende Fingerkraut auf uns. Dann unter ein paar Streuobstbäumen, der Neuaustrieb des Wiesensalbeis, die Schafgarbe, Spitzwegerich und Odermennig. Der nahe abgeerntete Acker hatte auch immer noch Löwenzahn, Melde und Amaranth zu bieten. Und wer hätte gedacht, dass man auch die jungen Blätter des stumpfblättrigen Ampfers, ein bei Landwirten wegen seiner tiefen Wurzeln gefürchtetes Unkraut, essen kann? Oder schon mal die ungeöffneten Blüten des Spitzwegerichs probiert – sie schmecken wunderbar nach Champignon!


So entwickelte sich unser Kräuterausflug zu einer kulinarischen Entdeckungsreise. All die gesammelten Blättchen wurden schließlich gründlich gewaschen, einzeln verkostet und klein geschnitten in einen Humus und Quark gemischt. Die bitteren Kräuter wie Schafgarbe und Odermennig verwendeten wir sparsam. Aber wir waren vom Resultat durchaus positiv überrascht. Also nicht nur im Frühling können wir frische Kräuter sammeln, auch im Sommer schenkt die Natur uns viele wertvolle Inhaltsstoffe über Wildkräuter! Wichtig ist sie zu kennen und eindeutig zu bestimmen und zu wissen welche Teile essbar sind. Hier ist Lernen angesagt, aber es lohnt sich!