Nicht nur in politischen Führungspositionen können Narzissten ihr destruktives Potential entfalten und der Welt enormen Schaden zufügen. Auch im Kleinen können diese Menschen für ihre Mitmenschen ziemlich toxisch sein und das Miteinander erheblich erschweren. Doch wie können wir uns in solchen Situationen gesund abgrenzen und sogar gewaltfrei kommunizieren? Dieser Frage gingen wir bei unserem heutigen Treffen der AG Gewaltfreie Kommunikation nach.
Doch was ist überhaupt ein Narzisst?
Menschen mit narzisstischen Zügen haben eine starke Ausprägung bestimmter Kommunikationsmuster, z.B. wollen sie gerne recht haben, brauchen viel Bestätigung, stellen sich selbst immer besonders gut dar, können mit Kritik nicht umgehen und neigen zur Abwertung anderer. Dabei ist aber leider niemand ganz frei von diesen Mustern und wir haben sie alle in unterschiedlichen Ausprägungen. Dabei sind diese Muster vor allem ein Selbstschutzmechanismus, der verbergen soll, dass es in uns einen leicht verletzbaren Wesensanteil gibt.
Mit Selbstempathie zu konstruktivem Selbstschutz
Die Gewaltfreie Kommunikation kann helfen, dem Gegenüber die eigene Grenze aufzuzeigen und schafft Klarheit darüber, was man gerade braucht. Dies hilft einen Rahmen für eine friedliche Koexistenz zu schaffen. Wer es schafft, bei Kommentaren wie „Du bist heute aber wieder empfindlich“ anhand der vier Schritte der GFK nach Marshall Rosenberg, seine wertungsfreie Beobachtung, die eigenen Gefühle & Bedürfnisse sowie eine konkrete Bitte zu äußern, hat viele Schritte in Richtung Selbstschutz getan. Im Umgang mit toxischen Menschen geht es also beim Einsatz von Gewaltfreier Kommunikation nicht in erster Linie darum dem anderen Empathie zu schenken sondern mit Selbstempathie eine konstruktivere Form des Selbstschutzes zu etablieren.
Durch Übung aus destruktiven Mustern aussteigen
Dass das alles andere als leicht ist, merkten wir bei den praktischen Übungen und der Reflexion in der Gruppe. Nur zu schnell landen wir in den eigenen Interpretationen und Wertungen und sind auch nicht konkret genug bei dem, was wir als Bitte formulieren. Die GFK ist eine Chance aus dem gegenseitigen Aufschaukeln von Vorwürfen auszusteigen und auch eine bewusste Entscheidung uns angewöhnte, destruktive Muster abzulegen. Die AG Gewaltfreie Kommunikation trifft sich regelmäßig Samstag nachmittags zum gemeinsamen Üben und Austauschen. Bei Interesse meldet Euch gerne übers Kontaktformular.